Die Zukunft des Strommarktes

• Von Prof. Dr. Claudia Kemfert, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) • Die Energiewende wird den Strommarkt verändern. Die heutige „Energiewende“ ist derzeit allerdings in erster Linie eine „Strom- Angebots- Wende“ da weder die Energieeffizienz, d.h. der sparsame Umgang mit Energie, insbesondere bei der Gebäudeenergie oder Mobilität, derzeit im Fokus der eigentlichen Energiewende stehen. Die „Strom- Angebots- Wende“ führt dazu, dass die Stromversorgung immer dezentraler wird, immer mehr kleinere und mittelgroße Anlagen erneuerbarer Energien oder Kraft- Wärme Kopplung (KWK) genutzt werden und immer weniger Großkraftwerke zum Einsatz kommen bzw. ausreichend genutzt werden. Derzeit kommen über 50 % der gesamten Investitionen in erneuerbare Energien von Privatpersonen. Großkonzerne fokussieren sich in erster Linie noch immer auf den Bau von Großkraftwerken, derzeit fast ausschließlich Kohlekraftwerke, oder aber große Anlagen erneuerbarer Energien wie beispielsweise Offshore Windparks. Dabei passen Kohlekraftwerke nur schlecht in eine nachhaltige Stromangebotswende. Sie produzieren deutlich mehr Treibhausgase als beispielsweise Gaskraftwerke. Zudem sind sie weniger flexibel als Gaskraftwerke, welche bei Schwankungen schneller reagieren können. Leider sind Gaskraftwerke immer weniger wirtschaftlich, da die Gaspreise in Deutschland anders als in anderen Ländern vergleichsweise hoch sind und die CO2 Preise aufgrund von Fehlfunktionen des Europäischen Emissionsrechtehandels immer weiter sinken. Steigende CO2 Preise könnten den Bau von Kohlekraftwerken wirtschaftlich unattraktiver machen. Doch solange sich die EU Länder nicht auf eine Angebotsverknappung von CO2 Zertifikaten und eine dynamische Anpassung von CO2 Obergrenzen einigen können, wird der CO2 Preis niedrig bleiben. Noch immer gibt es Überkapazitäten beim Stromangebot, Deutschland exportiert so viel Strom wie nie ins Europäische Ausland und der Strombörsenpreis sinkt kontinuierlich ...Zum vollständigen Artikel


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