Anbau von Cannabispflanzen auf einem frei zugänglichen Waldgrundstück – wer ist Besitzer?

Das OLG Celle hat sich mit der Frage beschäftigt, ob jemand, der Cannabispflanzen auf einem frei zugänglichen Waldgrundstück anbaut (67 Pflanzen mit einem THC-Gehalt von 28,49 Gramm), wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge bestraft werden kann.

In dem zu entscheidenden Fall ging es um Angeklagte, die auf einem abgelegenen, nicht unmittelbar einsehbaren Waldstück eine Marihuana-Outdoor-Plantage errichteten, um davon ihren Eigenkonsum decken zu können. Die Angeklagten gossen und düngten die Pflanzen, umzäunten die Fläche zum Schutz vor Verbiss mit einem Wildzaun aus Draht und häuften einen Wall aus Zweigen und Geäst an. Ferner schützten sie die Pflanzen durch Krempen und Gift vor Mäusen.

Das OLG Celle nahm in seinem Beschluss vom 21.01.2013, 32 Ss 160/12 (BeckRS 2013, 02864) einen Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge an und begründete dies wie folgt:

„Besitzen im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes setzt ein bewusstes tatsächliches Innehaben, ein tatsächliches Herrschaftsverhältnis sowie Besitzwillen und Besitzbewusstsein voraus, die darauf gerichtet sind, sich die Möglichkeit ungehinderter Einwirkung auf das Betäubungsmittel zu erhalten (st. Rspr., BGH NStZ-RR 2008, 54; BGH NStZ-RR 2008, 212; BGH NJW 1978, 1696;BGH, NStZ-RR 1998, 148) ...

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