Wenn Polizisten schießen (müssen) …

Polizeiwaffe Sig Sauer, Urheber: Hardenacke at de.wikipedia.

Ich vertrete in einem laufenden Verfahren einen Polizisten, der im Dienst auf einen anderen Menschen, der einen bewaffneten Überfall begangen hat, geschossen hat. Der verhinderte Räuber wurde bei der Aktion schwer verletzt, ist aber am Leben geblieben und inzwischen auch weitgehend wiederhergestellt. Das routinemäßig eingeleitete Ermittlungsverfahren gegen meinen Mandanten wegen Verdachts der gefährlichen bzw. schweren Körperverletzung wurde – zu Recht, wie ich meine – eingestellt, weil er sich in einer Notwehrsituation befunden hat oder hiervon zumindest nicht vorwerfbar ausgegangen ist. Aufgrund einer Beschwerde, die der Anwalt des Räubers eingelegt hat, sind die Ermittlungen wieder aufgenommen worden, das lastet natürlich auf meinem Mandanten. Der hat – und diese Erfahrung habe ich nicht zum ersten Mal bei der Verteidigung von Polizeibeamten gemacht – seine psychische Last mit dem Schusswaffeneinsatz gehabt, dem ersten nach etlichen Jahrzehnten im Polizeidienst. Er ist froh, dass des Schusswaffeneinsatz keine noch schwerwiegenderen Folgen hatte, und zwar nicht so sehr wegen der strafrechtlichen Risiken, sondern weil er den Wert des Lebens – auch des Lebens eines Straftäters – anerkennt. Es ist etwas anderes, auf dem Schießstand zu üben und theoretisch den Waffeneinsatz zu proben, oder tatsächlich die Waffe gegen einen Menschen zu richten.

Bei zeit.de wird aktuell unter dem Titel “Einen Menschen töten” über einen Polizisten berichtet, der im Einsatz in einen tödlich verlaufenen Schusswechsel geriet, bei dem ein Bankräuberpaar, Mann und Frau, ums Leben kam ...

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