BGH: Dekra haftet für falsche Gutachten

Sachverständige können für Schäden, die aus fehlerhaften Gutachten entstehen, haftbar gemacht werden. BMW-Händlern, die aufgrund überhöhter Dekra-Gutachten Gebrauchtwagen überteuert ankauften, sprach der BGH einen Schadensersatzanspruch zu (Urteil vom 17.01.2013, Az. III ZR 11/12).

In dem Rechtsstreit ging es um Leasingrückläufer, also Fahrzeuge aus abgewickelten Leasingverträgen. Wie branchenüblich hatten sich die Autohändler gegenüber der Leasingbank – hier der BMW Leasing GmbH – verpflichtet, nach Ende der Leasinglaufzeit die Fahrzeuge zu kaufen. Die Leasingbanken, die keine eigenen Autohäuser unterhalten, schließen solche Verträge mit den Händlern, um die Verwertung der Fahrzeuge zu organisieren.

Die Händler verpflichteten sich, die Fahrzeuge auf Grundlage des von der Dekra begutachteten Fahrzeugwertes anzukaufen. Später stellte sich heraus, dass die Fahrzeugwerte von der Dekra nicht marktgerecht ermittelt, sondern überhöht geschätzt waren.

Auf Klage der Händler verurteilte das Landgericht Stuttgart die Dekra zum Schadensersatz. Das Urteil wurde in der Berufung vom OLG Stuttgart aufgehoben. Das OLG Stuttgart meinte, die Händler müssten zunächst versuchen, bei der Leasingbank Erstattung der zuviel gezahlten Beträge zu verlangen.

Nun hob der BGH wiederum das Urteil des OLG Stuttgart auf. Die Händler können wählen, ob sie ihren Schaden bei der Leasingbank durch ein Rückzahlungsverlangen geltend machen oder ob sie gegen den Gutachter vorgehen, so der BGH:

“Der Umstand, dass die Klägerin gegebenenfalls von der B. L oder der A ...

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