Nutzungsausfall

Die Nutzungsausfallentschädigung wird von der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers bei Totalschäden oft mit dem Argument verweigert, der Geschädigte müsse zunächst den Kauf eines anderen Autos nachweisen. Tatsächlich ist die Versicherung bei Totalschäden in der Regel verpflichtet, die Nutzungsausfallentschädigung für den gutachterlich festgestellten Wiederbeschaffungszeitraum zu ersetzen.

© Thorben Wengert / pixelio.de

So hat beispielsweise das OLG Düsseldorf, Urteil vom 30. 9. 2002 - 1 U 43/02, entschieden, dass für den Wiederbeschaffungszeitraum Ersatz geleistet werden muss. Gutachterlich war ein Wiederbeschaffungszeitraum von 8-10 Tagen festgestellt worden. Einen Mietwagen nahm sich der Geschädigte nicht und schaffte sich auch kein anderes Auto an; er trug aber vor, dass er das zerstörten Auto unter normalen Umständen mindestens für 10 Tage genutzt hätte. Das Gericht glaubte diese Darstellung des Geschädigten und verurteilte die Versicherung zur Zahlung einer Nutzungsausfallentschädigung für den Mittelwert von 9 Tagen. Voraussetzung für einen Anspruch auf Nutzungsausfallentschädigung ist ein Nutzungswille und eine Nutzungsmöglichkeit. Der Nutzungswille lag vor, da der Geschädigt ohne den Unfall das Auto einfach weiter genutzt hätte. Es mag sein, dass er es irgendwann später abgeschafft hätte und z.B. auf die Nutzung des ÖPNV umgestiegen wäre. Aber allein die Tatsache, dass der Geschädigte das Auto zum Unfallzeitpunkt genutzt hat, lässt es als schlüssig erscheinen, dass er auch weitere 9 Tage mit dem Auto gefahren wäre ...

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