Der einzelne Belastungszeuge und die Glaubwürdigkeit

Stützt sich eine Verurteilung auf die Aussage eines einzelnen Belastungszeugens, so muss die Urteilsbegründung der Revisionsinstanz eine Überprüfung der Glaubwürdigkeit ermöglichen

Der Angeklagte wurde vom Landgericht Saarbrücken wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes in zwei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt und ein Berufsverbot von fünf Jahren verhängt.

Der Angeklagte soll zwischen 2005 und 2006 in seiner Praxis als Psychologe bei Therapiesitzungen den Analverkehr mit einem Jungen durchgeführt haben. Dabei bescheinigte das Landgericht dem Nebenkläger ein hinreichend konstantes Aussageverhalten, ohne dies jedoch näher im Urteil zu erläutern. Ferner sagte der Geschädigte aus, dass es noch zu mindestens acht weiteren Fällen kam. In diesen Fällen sprach das Landgericht den Mann jedoch frei, da die Taten an anderen Orten stattfanden, als ihm in der Anklageschrift vorgeworfen wurde.

In der Revision kritisiert der BGH nun, dass das Landgericht keine weiteren Ausführungen zu den Aussagen des Nebenklägers machte. Denn die Verurteilung des Angeklagten, der die Taten bestritt, wurde hauptsächlich auf die Aussagen des Geschädigten gestützt. In solchen Situation muss die Aussage jedoch einer besonderen Glaubhaftigkeitsprüfung unterzogen werden ...

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