Rezension Zivilrecht: Prozesstaktik im Arbeitsrecht

Reufels, Prozesstaktik im Arbeitsrecht – Durchsetzung und Abwehr von Ansprüchen in typischen Verfahrenssituationen, 2. Auflage, Nomos 2012 Von RA Stephan Lemmen, Helmstedt „Die Aufgabe des Rechtsanwalts kann und wird es sein, den Rechtsanspruch des Mandanten durch­zusetzen. Aber dem Beginn des Prozesses geht die Vorprüfung voraus. Gerade hier setzt eine viel zu wenig gewürdigte Arbeit des Rechtsanwalts ein.“ Diese Worte Max Hachenburgs (Lebenserinnerun­gen eines Rechtsanwalts und Briefe aus der Emigration, 1927, zit. nach Band 5 der Veröffentlichung des Stadtarchivs Mannheim, 1978, Seite 57) stellt der Autor an den Anfang seines Vorwortes und beschreibt mit ihnen Ziel und Inhalt des Buches. Die Prüfung der möglichen Prozesstaktiken und deren Festlegung sollten in jedem Rechtsbereich zum täglich Brot der Anwaltschaft gehören. In keinem anderen Rechtsbereich kann taktisches Vor­gehen - sowohl in die eine als auch in die andere Richtung - jedoch so schnell zu greifbaren Erfol­gen und durchführbaren Ergebnissen für die Parteienden führen wie im Arbeitsrecht. So wird doch die überwiegende Zahl arbeitsrechtlicher Streitigkeiten, wenn sie nicht schon durch taktisch kluges Vorgehen außergerichtlich beigelegt werden können, in der Güteverhandlung der ersten Instanz und im Laufe der I. Instanz verglichen (Nach Auswertung verschiedener Studien und den diesen zu Grunde liegenden Schätzungen werden nur etwa 8 % aller Eingänge beim Arbeitsgericht durch Ur­teil entschieden, nur etwa 34 % beim Landesarbeitsgericht; nur etwa 3 % der Kündigungsschutzkla­gen gehen in die zweite Instanz). Um hier die Verhandlungsposition für die eigene Seite besonders günstig zu gestalten, gibt es zahlreiche Taktiken, die sich dem im Arbeitsrecht tätigen Praktiker erst nach eingehender Spezialisierung und entsprechender praktischer Erfahrung in Gänze erschließen ...Zum vollständigen Artikel

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