Das Elend der Mallorca-Deutschen: “Ich brauche anwaltliche Hilfe, habe aber leider kein Geld”

Kathedrale Son Seu, Palma de Mallorca

Seit vielen Jahren bin ich regelmäßig auf Mallorca, wo ich früher auch einmal eine Kanzlei betrieben habe. Ab und an vermittelt mir mein damaliger spanischer Partner Mandate von Mallorca-Deutschen, die strafrechtliche Probleme in Deutschland haben. Und allzu oft stellt sich dann heraus, dass sich das Elend, das sie aus Deutschland weggetrieben hat, auf der Sonneninsel fortsetzt und manchmal auch potenziert.

Heute habe ich mich in Palma recht spontan mit einer Landsfrau getroffen, die echte Nöte hat. Die Story ist für hiesige Verhältnisse nicht ungewöhnlich. Vor einem halben Jahrzehnt ist sie mit ihrer Rumpffamilie nach Mallorca gekommen, hat hier immer von der Hand in den Mund gelebt, sich an allen möglichen Jobs versucht, mehrfach die Wohnung gewechselt. Im Sommer findet sie meistens Arbeit, ihre inzwischen halbwegs erwachsene Tochter ebenfalls, im Winter muss sie sich arbeitslos melden und bezieht Stütze. Die reicht dann so gerade eben für die Miete und ein eher karges Leben. Finanzielle Reserven anlegen kann man da nicht. Vor einiger Zeit hat die Frau über eine Annonce einen Nebenjob angenommen, eine leichte Vermittlungstätigkeit, hieß es. Der Arbeitgeber sitzt angeblich in Deutschland, 400 Euro monatlich wollte er im Rahmen eines geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses zahlen.

Ach ja, und weil er keine Residencia in Spanien hat, bat er darum, für ihn ein Konto auf den eigenen Namen oder den Namen der Tochter zu eröffnen. Nur vorübergehend, versteht sich, bis er selbst kommen und ein Konto auf seinen Namen eröffnen kann. Und über dieses Konto lief dann Geld, das die Frau gutgläubig, wie sie sagt, und naiv, wie sie auch sagt, per Bartransfer mit Western Union an den Mann weitergeleitet hat. An eine Andresse außerhalb Europas ...

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