Contergan, Schadensersatz und Selbstbestimmungsrecht

Die Anhörung des Familienausschusses des Deutschen Bundestages zur Lebenssituation der Contergangeschädigten (hier ein Video von der Anhörung, mein Statement hören Sie ab 1:11:15 ) war nicht die erste an der ich als Sachverständiger teilgenommen habe, aber es war bislang die beeindruckendste: Dass knapp ein Zehntel aller Menschen, die in Deutschland noch mit Conterganschäden leben, tatsächlich nach Berlin ins Parlament gekommen sind, war ein deutliches Signal. “Nicht ohne uns über uns” ist ein Motto der Behindertenbewegung, das hier bemerkenswert umgesetzt wurde. Und die Geschädigten machten auch deutlich, dass der Staat, der ihnen mit der Schaffung der Conterganstiftung die Entschädigungsverfahren aus der Hand genommen hat, hat bislang nichts Gutes geschaffen hat. Dass jetzt mit den 120 Millionen Euro, die den Geschädigten zufließen sollen und die eine drastische Erhöhung der Renten ermöglichen, materiell ein Sprung nach vorne gemacht worden ist, ist erfreulich – auch wenn der Sprung angesichts der hohen Kosten, die eine gute 24-Stunden-Assistenz verlangt, gerade für die am schwersten geschädigten Contergan-Opfer wahrscheinlich immer noch ein Stück zu kurz geht ...

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