Sozialhilfe-Empfänger aus Eisenach tritt in Hungerstreik - Sozialrechtsexperte sagt- Geh wieder daheim

Die Freude von Norbert Ihlow aus Eisenach währte nur kurz. "Ich dachte, ich könnte mir jetzt mal warme Schuhe für den Winter leisten." Nun kam die Keule vom Amt und Ihlow trat gestern vor dem Rathaus in den Hungerstreik, "bis das geklärt ist und ich mein Geld kriege". Der 61-Jährige ist an Krebs erkrankt und lebt seit geraumer Zeit von Sozialhilfe. 691 Euro erhält er im Monat und muss davon aber natürlich auch seine Mietausgaben bestreiten. Das klappt auch, Ihlow kommt meist mit dem wenigen Geld aus. Als nun die Betriebskostenabrechnung für 2012 kam, freute er sich: 276 Euro standen da als Rückzahlung auf der Abrechnung. "Nach den vielen Kürzungen in den vergangenen Jahren dachte ich, jetzt wären mal warme Schuhe drin", stehen dem Mann die Tränen in den Augen. Die Antwort vom Amt kam nämlich prompt: Die 276 Euro, die er als Rückzahlung verbucht hatte, werden mit den 691 Euro für den Monat Februar verrechnet. "Das kann doch nicht sein. Da spart man und kriegt dann so die Beine weggehauen. Ich spare doch nicht fürs Amt, sondern für mich", findet Ihlow das ungerecht. Normalerweise hat er im Monat, nach allen Abzügen für Miete und anderes, magere 294 Euro zum Leben, nun blieben ihm für diesen Februar mal gerade noch 18 Euro. Von nicht wenigen Passanten bekam Ihlow Zustimmung Und das war zuviel für Ihlow. Gestern Mittag setzte er sich, in einen Schlafsack gehüllt und mit einem Schirm versehen, in den wärmsten Sachen, die er hat, auf einem Liegestuhl vor das Rathaus. "Ich mache hier einen Hungerstreik. " Von nicht wenigen Passanten bekam Ihlow Zustimmung. Auch sie können es nicht verstehen, dass der 61-Jährige nun für seine doch eigentlich löbliche Sparsamkeit auch noch bestraft werden soll. Auf Anfrage teilte das Sozialamt mit, dass der Bundesgesetzgeber da keinen Ermessensspielraum lasse. Die Rückzahlung der Betriebskosten sei in jedem Falle bei den "Kosten der Unterkunft" anzurechnen ...Zum vollständigen Artikel

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