Sehenden Auges

Ja, wir vertreten auch manchmal die “Bösen” – in diesem Fall den Inhaber eines Fitnessstudios, der erstaunlicherweise darauf besteht, dass Verträge eingehalten und bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit auch bezahlt werden.

Eine Erkrankung, die es dem Kunden nicht mehr möglich macht, Fitness zu betreiben, ist regelmäßig ein wichter Grund, der es ihm ermöglicht, den Vertrag außerordentlich fristlos zu kündigen. Die Hürden für den diesbezüglichen Vortrag hängen oft sehr niedrig, aus meiner Sicht oft viel zu niedrig. Dazu kommt, dass viele Ärzte – nennen wir es hier ruhig beim Namen – Gefälligkeitsbescheinigungen ausstellen, in denen dann selten mehr steht, als dass aus ärztlicher Sicht eine Fortsetzung des Besuchs des Fitnessstudios nicht zu vertreten sei. Das ersetzt zwar letztlich nicht den vom Kunden zu bringenden Beleg eines wichtigen Grundes, für den Fitnessstudiobetreiber aber bedeutet dies eine schwierige Entscheidung: Soll er das Risiko eines Prozesses eingehen, bei dem sich am Ende dann herausstellen kann, dass ein wichtiger Grund vorliegt und er den Prozess verliert, ohne dass er faktisch vorher die Möglichkeit einer Prüfung hatte?

Das Risiko ist m.E. hoch und vor diesem Hintergrund halte ich auch die Rechtsprechung, nach welcher ein Kunde einen wichtigen medizinischen Grund nicht substantiiert darzulegen habe, zumindest für kritisch vor dem Hintergrund, dass er jedenfalls in einem Prozess schon etwas inhaltliches dazu vortragen muss ...

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