Die Beweiswürdigung bei widersprüchlichem Aussageverhalten

Der Vorsatz der Nötigung iSd § 240 StGB muss sich auf einen konkreten Taterfolg beziehen

Die Angeklagten wurden wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit versuchter Nötigung und mit Führen einer halbautomatischen Kurzwaffe vom Landgericht Hannover verurteilt. Nach Feststellung des Gerichts trafen sich die beiden Angeklagten mit dem späteren Geschädigten, der ihnen Geld schuldete. Um ihn einzuschüchtern, nahmen sie zwei weitere Männer mit und ein Angeklagter führte eine geladene Waffe im Hosenbund. Beim Treffen kam es dann zu einem Wortwechsel, bei dem die Angeklagten den Geschädigten geschlagen haben sollen. In einer weiteren Rangelei zog einer der Angeklagte die Waffe und gab zwei Schüsse ab. Gegen die Verurteilung wehrt sich die Strafverteidigung mit der Revision. Strittig ist vor allem der Beginn der Auseinandersetzung. Während sich ein Angeklagter zur Sache nicht eingelassen hat, bestreitet der andere, Verletzungsabsichten gehabt zu haben. Er wäre zuerst vom Geschädigten angegriffen worden und hätte sich nur gewehrt.

Das Landgericht sah dies als widerlegt an, da der Geschädigte etwas anders aussagte. Der Bundesgerichtshof (BGH) merkt jedoch an, dass das Landgericht selbst feststellte, dass der Geschädigte teilweise nicht nachvollziehbare beziehungsweise widersprüchliche Aussagen mit Belastungstendenzen tätigte. Aus diesem Grund hat das Landgericht nach eigenen Angaben nur die Aussagen des Geschädigten verwertet, die durch andere Beweise bestätigt wurden. In Frage für eine Bestätigung kommt lediglich die Aussage eines weiteren Zeugen. Dieser kam aber erst etwa zwei bis vier Minuten nach Beginn des Streits hinzu und konnte zum Beginn der Tätlichkeiten nichts aussagen ...

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