Wie die Sonnenkönige: Was haben Politiker im Aufsichtsrat verloren?

BER – das ist keines der neu geplanten “Retro-Autokennzeichen“, sondern der zukünftige IATA-Code für den Berliner Großflughafen “Berlin Brandenburg”. Dieser macht seit längerer Zeit negative Schlagzeilen, weil sich sein Fertigstellungstermin wegen technischer Probleme immer weiter nach hinten verschiebt. Bauherrin von “BER” ist die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, die übrigens auch die beiden anderen Hauptstadt-Airports in Schönefeld und Tegel betreibt. Als GmbH mit (weit) mehr als 500 Mitarbeitern ist die Berliner Gesellschaft gem. § 1 DrittelBG gesetzlich dazu verpflichtet, einen Aufsichtsrat zu bilden. Vorsitzender desselben war, bis zu seinem Rücktritt am 7. Januar, der Politiker Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin. Seit dem 16. Januar 2013 bekleidet Matthias Platzeck diesen Posten. Platzeck ist ebenfalls Politiker und Ministerpräsident des Landes Brandenburg. So weit so gut, möchte man sagen, wobei der Spruch angesichts der bisherigen Ereignisse einen blöden Beigeschmack hat.

Hat sich schon mal jemand gefragt, warum bei einem wirtschaftlich und finanziell so gewaltigen Projekt gerade ein Berufspolitiker an der obersten Position sitzen muss? Und: Ist bekannt, welche Hauptaufgabe ein Aufsichtsrat und somit natürlich auch dessen Vorsitzender hat? Die Antwort auf zweitere Frage ist einfach: Der Aufsichtsrat ist vor allem ein Kontrollgremium! Ihm obliegt die Aufsicht über den Vorstand, welcher das Unternehmen und seine Geschäfte führt. Klaus Wowereit legte 1981 als Jurist das zweite Staatsexamen ab. Matthias Platzeck dagegen ist Diplom-Ingenieur im Fachbereich biomedizinische Kybernetik. Was nur, so möchte man fragen, qualifiziert beide Personen, dem Aufsichtsrat eines Milliardenprojekts wie dem Flughafen-Neubau einer der größten Metropolen Europas vorzustehen?

Prof. Manuel Theisen

Manuel Theissen kennt die Antwort: “Nichts! Nichts qualifiziert sie! Sie können es nicht und zwar überhaupt nicht” ...

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