Der Nazi und seine Kinder (Teil 2)

In der Vergangenheit musste das BVerfG gelegentlich den Instanzgerichten aufzeigen, welche verfassungsrechtliche Bedeutung das väterliche Umgangsrecht hat. Nun hat das Bundesverfassungsgericht (was sich in der hier geschilderten einstweiligen Anordnung schon andeutete), - soweit ersichtlich erstmals - einem OLG die Grenzen des Umgangsrecht verdeutlichtt.

Der Kindesvater ist in der rechtsradikalen Szene aktiv. Die Mutter war hier ebenfalls engagiert, hat sich aber im Januar 2005 abgewandt und an einem Aussteigerprogramm teilgenommen. Sie hat ihren Namen und diejenigen ihrer Kinder ändern lassen und hat mehrfach ihren Wohnsitz gewechselt.

Das OLG Dresden hat dem Kindesvater mit Beschluss vom 23.07.2012 (20 UF 770/08) an jedem ersten Samstag im Monat, beginnend ab dem 6. Oktober 2012, für die Dauer von zwei Stunden begleiteten Umgang mit seinen drei Kindern gewährt und zur Sicherstellung der Durchführung des Umgangs Umgangspflegschaft angeordnet wurde. Zur Begründung hatte das OLG Dresden ausgeführt, der Senat könne nicht feststellen, dass bei einem Umgang der Kinder mit ihrem Vater zu befürchten wäre, dass seine Kinder oder die Mutter der Kinder Angriffen aus der rechtsradikalen Szene ausgesetzt wären, die eine Gefährdung des Wohls der Kinder oder auch der Kindesmutter bedeuten würden. Insbesondere die von der Kindesmutter vorgelegten und vom Senat eingeholten Auskünfte der Polizei- und Verfassungsschutzbehörden ließen eine konkrete Gefährdung der Kindesmutter und ihrer Kinder nicht erkennen.

Ganz anders das BVerfG: Auf die Verfassungsbeschwerde der Mutter hat das BVerfG festgestellt, dass der Beschluss des OLG Dresden die Mutter in ihrem Grundrecht nach Art. 6 II 1 GG verletzt und den Beschluss daher aufgehoben.

Das BVerfG wirft dem OLG Dresden vor:

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