Versicherung kann keine Besichtigung verlangen

Will die gegnerische Haftpflichtversicherung nach einem Verkehrsunfall das Auto besichtigen, geht es oft darum, den Schaden zu drücken oder die Regulierung hinauszuzögern. Darauf sollten sich Geschädigte nicht einlassen.

Der von der Versicherung geschickte Gutachter ist nicht immer so unabhängig, wie es sein sollte. Geschädigte sollten deshalb selbst einen Sachverständigen auswählen, bei dem sie den Fahrzeugschaden begutachten lassen. Darauf haben sie ein Recht. Die Sachverständigenkosten gehören zum erstattungsfähigen Unfallschaden.

Erhält die Versicherung das Gutachten eines vom Geschädigten ausgewählten Gutachters, verlangt sie mitunter, das Fahrzeug nachzubesichtigen. Diesem Verlangen muss man als Geschädigter nicht nachkommen. Denn einen Besichtigungsanspruch oder ein Recht zur Nachbesichtigung gibt es nicht.

Das Amtsgericht Solingen führte dazu mit Urteil vom 14.12.2007, Az. 11 C 236/05, aus:

“Nach § 158 d Abs. 3 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) hatte die Beklagte zu 2. zwar das Recht, vom Kläger Auskunft zu verlangen, soweit dies zur Feststellung des Schadensereignisses und der Höhe des Schadens erforderlich war. Der Kläger war danach freilich zur Vorlegung von Belegen nur insoweit verpflichtet, als ihm die Beschaffung billigerweise zugemutet werden könnte. Bereits nach dem Gesetzestext schuldete der Kläger daher allenfalls die Vorlegung von Belegen und nicht etwa die Vorstellung des Fahrzeugs zu einer Besichtigung durch Beauftragte der Beklagten zu 2. Es ist zwar zutreffend, dass eine solche Verfahrensweise einen unfallgeschädigten Kraftfahrzeugeigentümer in der Regel nicht über Gebühr belasten dürfte, andererseits ist eine solche Verpflichtung vom Gesetzestext nicht gedeckt und schuldet der Geschädigte auch keine Begründung dafür, warum er davon absehen will ...

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