Vereinigtes Königreich: Einspeisetarife für Strom aus Erneuerbaren Energien – und für Atomenergie

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Großbritannien will die Energiewirtschaft dazu bringen, mehr CO2 einzusparen. Dazu hat die Regierung unter dem Titel Electricity Market Reform (EMR) ein weitreichendes Konzept vorgelegt. Im November hat sie den Entwurf eines Energy Bill, mit dem die Vorschläge umgesetzt werden sollen, ins House of Commons eingebracht.

Ein Kernstück der Energiemarktreform in Großbritannien ist die geplante Systemwende bei der Förderung der Erneuerbaren Energien. Im derzeitigen Quotensystem, dem Renewable Obligation-Modell (RO-Modell), werden Zertifikate, sog. Renewable Obligation Certificates (ROCs), an Betreiber von Anlagen zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien ausgestellt und an die Energieversorger weiterverkauft. Die Energieversorger müssen mithilfe dieser Zertifikate einen stets steigenden Anteil an ihrer Energieversorgung aus erneuerbaren Energiequellen abdecken. Dieses Modell soll ab dem Jahr 2014 auf ein neues Einspeisetarifsystem mit Contracts for Difference (CfD) umgestellt werden.

Das neue CfD-Modell zeichnet sich demgegenüber dadurch aus, dass ein langfristiger Vertrag sicherstellen soll, dass Anlagenbetreiber einen privilegierenden Einspeisetarif erhalten. Solange die Marktpreise unter der im Einspeisevertrag vereinbarten Höhe liegen, erhält der Einspeiser die Differenz ausbezahlt. Im umgekehrten Fall hat er den Überschuss zu erstatten.

Die britische Regierung ist sichtlich darum bemüht, investitionsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen und die Investoren nicht zu verunsichern. So werden großzügige Übergangsfristen gewährt: Zwischen 2014 und 2017 sollen Betreiber größerer Anlagen (einmalig) wählen können, ob sie am CfD-Modell teilnehmen wollen oder nicht. Für die bis 2017 in das Quotensystem eingestiegenen Anlagen sollen Zertifikate über 20 Jahre hinweg weiterhin ausgeteilt werden, so dass das Quotensystem erst 2037 ausläuft ...

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