Skandal ist, wenn der Richter freilässt

In Hamburg hat die Justiz sich aus Sicht der Ermittlungsbehörden ein unglaubliches Schurkenstück erlaubt: Sie hat einen zu mindestens zwölf Jahren Haft verurteilten Mann nach zwölf Jahren aus der Haft entlassen. Und wer hat den Skandal aufgedeckt? Natürlich mal wieder die Polizeigewerkschaft. Deren Landesvorsitzender hätte sich laut Hamburger Abendblatt mehr gesundes Volksempfinden gesunden Menschenverstand bei den Richtern gewünscht. Und auch die immer wieder gerne angestimmte Litanei vieler Polizisten wird einmal mehr abgespult: Ernsthafte Arbeit der Polizei werde "von der Justiz konterkariert". Die Richter hätten den einschlägig vorbestraften Mann nach dem Verbüßen seiner Haft (!) trotz ungünstiger Prognose auf freien Fuß gelassen. Es ist des weiteren von so unterschiedlichen Dingen wie Resozialisierung, Fußfessel oder Sicherungsverwahrung die Rede. Nun weiß man bei derlei Presseberichterstattung natürlich nie, wer für den geschriebenen Unsinn verantwortlich ist, weil man nicht weiß, was die zitierte Person tatsächlich gesagt hat und was möglicherweise ein halbwissender Journalist daraus gemacht hat. Eines aber steht fest: Sorgfältige Pressearbeit sieht anders aus. Offenbar lagen zwischen Inhaftierung und Entlassung des Betroffenen mindestens zwölf Jahre ...Zum vollständigen Artikel

  • Polizeigewerkschaft wirft Justiz "schweren Fehler" vor

    abendblatt.de - 1 Leser - Hamburg. Joachim Lenders, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft in Hamburg, übt nach der Vergewaltigung einer 65-Jährigen auf einem Friedhof heftige Kritik an der Justiz. "Die Justiz muss ernsthaft über ihre Fehler nachdenken. Es kann nicht sein, das Richter in einem so schwerwiegenden Fall standardmäßig handeln und den gesunden Menschenverstan...

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