Die neuen Tagelöhner - Immer mehr Arbeitssuchende werden von den Jobcentern in die Zeitarbeit gedrängt- der Gesetzgeber und die BA haben einen Teufelskreis geschaffen - die Wahrheit kommt ans Licht - Alles nur Fehlentwicklung?

Immer mehr Arbeitssuchende werden von den Jobcentern in die Zeitarbeit gedrängt. von Norma Spindler Wer beim Jobcenter einen Antrag auf Arbeitslosengeld II stellen muss oder sich auf den Seiten der »Jobbörse«, der offiziellen Stellenvermittlungsbörse der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Internet, auf Arbeitssuche begibt, hat wenig Aussicht darauf, einen Job zu finden, von dem man leben oder sich eine Zufkunft aufbauen kann. Dass mittlerweile ausgerechnet die BA der denkbar schlechteste Partner bei der Jobsuche ist, hat mehrere Gründe. Zum einen stellt die BA ihre »Jobbörse« zahlreichen privaten Stellenvermittlern zur Verfügung, die in Form sogenannter Vermittlungsgutscheine Provisionen für eine Leistung einfordern, die eigentlich von der BA selbst zu erbringen wäre. Zum anderen arbeitet die BA immer häufiger mit Zeitarbeitsfirmen zusammen. Einzelne Jobcenter in Berlin gehen dabei sogar so weit, private Zeitarbeitsfirmen in ihren Räumlichkeiten sogenannte Messen abzuhalten zu lassen. Zu solchen Veranstaltungen werden die »Kunden« der Jobcenter mit einem Rechtsfolgebescheid eingeladen. Diese Praxis hat solche Ausmaße angenommen, dass mittlerweile die Medien darauf aufmerksam geworden sind: »Schnell vermittelt, schnell wieder arbeitslos«, titelte Spiegel Online Mitte Januar. »Ein immer größerer Anteil von Arbeitslosen wird in die Zeitarbeit vermittelt anstatt in normale Beschäftigungsverhältnisse.« Im Boomjahr 2010 habe der Anteil der Zeitarbeit bei den Vermittlungen sogar über dem regulärer Beschäftigungsverhältnisse gelegen, berichtete Spiegel Online. Diejenigen, die vom Jobcenter in schlecht bezahlte und oft befristete Zeitarbeitsverhältnisse vermittelt werden, verdienen häufig so wenig, dass sie beim Jobcenter einen Antrag auf Aufstockung stellen müsssen. Die Zeitarbeitsfirmen werden so aus Steuergeldern subventioniert. Wenn das befristete Arbeitsverhältnis endet, landen viele wieder unmittelbar beim Jobcenter ...Zum vollständigen Artikel

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