Haftbefehl um 25 Taten erweitert – You can´t win them all

Eigentlich diente Haftprüfungsantrag, den ich für einen Mandanten gestellt hatte, dem die unerlaubte Einfuhr von knapp 10 Kilo Marihuana vorgeworfen wird, in erster Linie der Durchsetzung einer frühzeitigen Akteneinsicht. Die Beweislage ist erdrückend, schließlich war der Mann gemeinsam mit einigen Mittätern während der Übernahme des Rauschgifts und des nachfolgenden Grenzübertritts observiert worden, und die teure Fracht war anschließend von der Polizei sichergestellt worden. Man hätte über den Haftgrund der Fluchtgefahr immerhin diskutieren können, aber in der Praxis wird ja gerne mit der Höhe der zu erwartenden Strafe argumentiert, und eine seit längerem bestehende Arbeitslosigkeit ist ein zusätzliches Argument, dem sich nicht so leicht begegnen lässt.

Gestern habe ich die Akte bekommen, heute um 10 Uhr fand der Haftprüfungstermin statt. Nach Aktenlage hatte einer der ebenfalls in Haft befindlichen Mittäter mächtig gesungen und mal eben mindestens 25 weitere Einfuhrtaten mit jeweils mindestens 5 Kilo gestanden. Die Kronzeugenregelung des§ 31 BtmG lässt grüßen, aber ob´s dem redefreudigen Beschuldigten nützt, könnte zweifelhaft sein ...

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