OLG Brandenburg: Entziehung des Sorgerechts wegen möglicher Gefährdung des Kindes

Sorgerechtsentzug bei Kindeswohlgefährdung

Ergibt ein Sachverständigengutachten, dass die Kindesmutter – welche unter starken Depressionen leidet – derzeit nicht in der Lage ist, die Angelegenheiten eines Kindes zu regeln, so kann ihr das Sorgerecht teilweise entzogen werden.

1. Sachverhalt

Die Beteiligten streiten sich über das Sorgerecht für das 5-jährige Kind. Das Kind lebt ständig im Haushalt der Großeltern. Der Vater des Kindes, der von der Kindesmutter getrennt lebt, hat aufgrund der angespannten Verhältnisse zur Mutter keinen Kontakt zur Tochter. Die Kindesmutter hat die Großeltern im Mai 2011 umfassend beauftragt die Angelegenheiten des Kindes für sie wahrzunehmen. Die Großeltern hatten das Kind schon an jedem Wochenende in Obhut. Die Kindesmutter befand sich für einige Monate in stationärer-psychiatrischer Behandlung des Krankenhauses. Die Mutter hatte den stationären Aufenthalt auf eigenen Wunsch beendet und wird nunmehr tiefenpsychologisch behandelt. Sie nimmt darüber hinaus Medikamente gegen ihre Depressionen. Der Kontakt von der Mutter zu dem Kind ist nicht abgebrochen, wobei die Umgangskontakte zeitweise unregelmäßig stattfanden. Die Großeltern haben aufgrund der auftretenden Probleme mit der Mutter beantragt ihnen das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu übertragen. Es wurde ein Sachverständigengutachten eingeholt. Das Amtsgericht hat der Mutter das Sorgerecht insgesamt entzogen. Die Großeltern wurden als Vormünder bestellt. Dagegen legte die Kindesmutter Beschwerde ein.

2. Rechtlicher Hintergrund

Die gemeinsame elterliche Sorge besteht für ein Kind bei verheirateten Eltern per Gesetz oder bei nichtverheirateten Eltern, wenn diese eine Sorgeerklärung abgegeben haben. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht ist ein Teil des Sorgerechts ...

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