Verlag stolpert über Zitate: Landgericht Braunschweig untersagt Verkauf von Loriot-Biografie

Das Landgericht Braunschweig hat am 16.01.2013 durch Urteil entschieden, dass eine im Münchener Riva Verlag erschienene Biografie über Vicco von Bülow – besser bekannt als Loriot – in ihrer bisherigen Form nicht weiter verkauft werden darf (Urteil v. 16.01.2013, Az. 9 O 1144/12).

Gegen den Verlag geklagt hatte eine Tochter des vor zwei Jahren verstorbenen Künstlers, welche sich auf das von ihr ererbte Urheberrecht berief. Der konkrete Vorwurf war, dass der Verfasser der Biografie – ein gewisser Dieter Lohenbrett – ohne ihre Einwilligung zahlreiche Zitate von Loriot verwendet habe.

Die Anzahl der strittigen Zitate belief sich auf insgesamt 68. Dabei handelte es sich einerseits um Textpassagen aus Loriots Werken, zum Teil aber auch um Interviews, welche Loriot verschiedenen Pressemedien gegeben hatte. In 35 dieser Fälle kam das Gericht zu dem Schluss, dass ein Urheberrechtsverstoß gegeben sei, weil ein schutzfähiges Zitat vorliege, dessen Verwendung weder durch das Zitatrecht nach § 51 UrhG noch durch die Kunstfreiheit nach Art. 5 Abs. 3 Grundgesetz gerechtfertigt sei. In den übrigen 33 Fällen wies es die Vorwürfe der Erbin hingegen zurück, weil es nach Auffassung des Gerichts entweder bereits an der Schutzfähigkeit des Zitats mangelte oder den Anforderungen des Zitatrechts nach § 51 UrhG genügt wurde.

Diese Entscheidung verdeutlicht sehr anschaulich, dass bei der Verwendung von Zitaten stets größte Vorsicht geboten ist ...

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