Mit dem Finger in der Scheide behandelt ein Arzt keine Halsschmerzen

Halsschmerzen lassen sich nicht mit Fingern in der Scheide der Patientin behandeln. Vielmehr begründet ein solches Vorgehen den Verlust der Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung, wie das Sozialgericht (SG) Düsseldorf in einem am Mittwoch, 16.01.2013, veröffentlichten Urteil entschied (AZ: S 2 KA 242/12). Der unterlegene Arzt darf nun keine Kassenpatienten mehr behandeln.

Der Kläger ist Facharzt für Urologie. Bereits 2009 war er „wegen sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung eines Beratungsverhältnisses“ zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er einer 22-jährigen Patientin einen Finger in die Scheide eingeführt hatte. Ebenfalls 2009 suchte ihn eine 19-Jährige während des Notdienstes wegen Halsschmerzen auf. Auch sie erstattete Anzeige, weil der Arzt ihr einen Finger in die Scheide eingeführt habe.

Die Staatsanwaltschaft erhob erneut Anklage, die Bezirksregierung Düsseldorf ordnete das Ruhen der Approbation (staatliche Berufserlaubnis für Ärzte) an – und bekam damit bis hinauf zum Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen recht (Beschluss vom 14.09.2011, AZ: 13 A 2769/10) ...

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