Ist Facebooks Graph Search wirklich ein datenschutzrechtliches Problem?

Die Ankündigung des sozialen Netzwerks Facebook, eine umfassende Inhaltssuche einzuführen, ließ schon erahnen, dass sie bei Datenschützern sofort zu Schnappreflexen führen würde.

Die Reaktion folgte dementsprechend prompt. Der in Sachen Facebook federführende Landesbeauftragte für den Datenschutz aus Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, äußerte nach der Ankündigung umgehend seine Bedenken. Sein erstes Fazit, er fände die angekündigte Suche nicht toll, sei als persönliche Meinung respektiert, aber ist es auch tatsächlich datenschutzrechtlich begründet?

So zitiert die FAZ den Datenschützer mit den Worten:

“Die Suchfunktion, die wir vom Internet kennen, wird jetzt in den Freundeskreis hineingezogen, mit der Folge, dass hochsensible Informationen auch Dritten zur Kenntnis gelangen. [...] Hier wird definitiv ein weiterer Eingriff ins Datenschutzrecht vorgenommen, der meines Erachtens nicht akzeptabel ist.”

Gemeint sind damit künftig mögliche Suchen, die auf persönlichen Daten beruhen, etwa die Suche “Bars in Stuttgart, die meinen Freunden und deren Bekannten aus Stuttgart gefallen”. Dem Zitat von Weichert folgend wird man als Nutzer künftig Informationen Dritter erhalten, die einem bislang nicht zugänglich waren. Das wäre natürlich ein dicker Hund, wenn künftig Hinz und Kunz wüssten, welche Bars mir gefallen und was ich damit in Verbindung bringe.

Aber ist das wirklich so? Der Facebook Public Policy Manager Nicky Jackson Colaco wurde genau dazu interviewt und seine Antwort:

“No one can see anything that they wouldn’t have otherwise been able to see. [...] We don’t want people to be surprised. It’s really bad for them … and it’s bad for us.”

Facebook ist sich also bereits durchaus bewusst, dass die neue Suche bei Bedenkenträgern nicht auf Gegenliebe stoßen wird ...

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