Gut, besser, Durchschnitt? Bei Werbung mit Testergebnis-Noten muss auch der konkrete Rang genannt werden

Wer bei der Werbung für ein Produkt mit Noten der Stiftung Warentest oder anderer Institute wirbt, muss zusätzlich auch den Rang angeben, den das Produkt im Test erreicht hat: Hierdurch soll der Verbraucher erkennen können, ob die angegebene Note Spitzenwerten oder lediglich der Durchschnittsleistung entspricht. Dies gilt selbst dann, wenn die erzielte Note besser ist als der Notendurchschnitt der gesamten Testreihe (vgl. aktuell OLG Frankfurt a.M., Urteil vom 25.10.2012, Az. 6 U 186/11; vorinstanzlich LG Frankfurt a.M., Beschl. v. 13.01.2011, Az. 6 W 177/10).

Im Verfahren wurde ein Werbespot für Nassrasierer behandelt, an dessen Ende ein Testergebnis der Stiftung Warentest angeführt wurde: Der Rasierer hatte die Note „gut (2,2)“ erhalten. Nicht angeführt wurde jedoch, dass das konkrete Produkt in dem Test lediglich Rang 6 von 15 getesteten Nassrasierern mit Wechselklingensystem (42 Nassrasierer insgesamt) errungen hatte – im direkten Vergleich mit der Konkurrenz gehörte das Produkt also eher zum Durchschnitt. Zahlreiche Konkurrenzprodukte waren ebenfalls als „gut“, einige sogar als „sehr gut“ bewertet worden.

Das Oberlandesgericht Frankfurt a.M. schloss sich dabei in seinen Ausführungen im Wesentlichen den Feststellungen des vorinstanzlichen Beschlusses des Landgerichts Frankfurt a.M. an; dort hatten die Richter ausgeführt (vgl. aktuell OLG Frankfurt a.M., Urteil vom 25.10.2012, Az. 6 U 186/11; vorinstanzlich LG Frankfurt a.M., Beschl. v. 13.01.2011, Az. 6 W 177/10; jeweils mit weiteren Nachweisen):

Die Information darüber, wie die Bewertung des [Rasierers] in das Umfeld seiner Konkurrenten einzuordnen ist, ist für den Verbraucher, an den die streitgegenständliche Werbung ausschließlich gerichtet ist, wesentlich für eine Kaufentscheidung ...

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