Kiloweise Marihuana, 4 Promille Alkohol, Hilferuf aus dem Knast – Wie soll man da noch zum Arbeiten kommen?

Heute ist für mich ein verhandlungsfreier Tag, da sollten eigentlich Akten abgearbeitet und andere liegengebliebene Dinge erledigt werden. Endlich mal wieder durchatmen können, das wäre doch was. Aber irgendwie klappt´s nicht, heute ist mal wieder der Teufel los. Ein Mandant kommt vorbei, der ist von mit 2 Promille Atemalkohol in seinem Fahrzeug auf einem öffentlich zugänglichen Parkplatz angetroffen worden. Ob er nur das Licht angeschaltet oder das Fahrzeug bewegt hat, ist aufklärungsbedürftig. Der Mann erzählt mir, er sei nach seiner Erinnerung definitiv nicht gefahren, aber weiß man das, wenn man umgerechnet fast 4 Promille Alkohol im Blut hat? Andere Menschen sind da vielleicht schon tot oder auf der Intensivstation. Oder hat das Dräger-Gerät schlichtweg einen falschen Atemalkoholwert angezeigt? Da muss man wohl das Ergebnis der Blutprobe abwarten. Der Mandant weist darauf hin, wie wichtig die Fahrerlaubnis für ihn ist, da hängt sein Job dran und daran wiederum der Unterhalt für die Familie. Das ist eigentlich immer so in Führerscheinsachen, aber natürlich muss man darüber reden. Das braucht eine gewisse Zeit. Kaum ist das Gespräch beendet, klingelt das Telefon. Ein anderer Mandant ruft aus dem Gefängnis an, es ist sehr wichtig, ich soll unbedingt vorbeikommen. Ich höre mir das Thema an, er hat eine neue Anklage bekommen, ja, wichtig ist das schon. Ich verspreche ihm, spätestens morgen vorbeizuschauen. So, jetzt aber an die Arbeit, denke ich. Als ob das andere keine Arbeit wäre…

Meine Sekretärin fragt, ob eine besorgte Mutter kurz vorbeikommen könne, deren Sohn verhaftet worden ist. Es geht um Drogen, wohl ziemlich viel. Der Sohn hat schon einen Anwalt, aber dem vertraut man nicht, weil der bzw ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK