Deutsches Stiftungsrecht: Gibt es die “Vorstiftung”?

Es gibt unterschiedliche Rechtsauffassungen darüber, ob es die sogenannte „Vorstiftung“ gibt. Eine Stiftung entsteht zivilrechtlich gem. § 80 Abs. 1 mit dem Abschluss des Stiftungsgeschäfts und der Anerkennung der Stiftung durch die zuständige Landesbehörde.

Befürworter der „Vorstiftung“ sehen diese mit dem Abschluss des Stiftungsgeschäftes oder der ab dem Zeitpunkt der Einreichung der Gründungsunterlagen bei der Anerkennungsbehörde als gegeben an, die dann identitätswahrend zur späteren Stiftung wird. Bei einer Anerkennung der „Vorstiftung“ könnten auf diese bereits vor Erlangung der Rechtsfähigkeit, also zu einem früheren Zeitpunkt, Vermögenswerte übertragen werden, wodurch Fristen (beispielsweise Anfechtungsfristen oder Pflichtteilsergänzungsansprüche) früher zu laufen begännen. Ein erheblicher steuerrechtlicher Vorteil wäre es, dass auch eine erst gegen Ende des laufenden Jahres gegründete Stiftung den Spendenabzug gem. § 10 b EStG erreicht, obschon sie erst nach Jahreswechsel anerkannt wird.

Die Anerkennung der „Vorstiftung“ wird insbesondere von den Finanzgerichten abgelehnt ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK