Einmal Aktmodell, immer Aktmodell?

Der Kollege Jan Gerth weist aktuell auf eine Entscheidung des Landgerichts Düsseldorf (Urteil v. 16.11.2012, Az. 12 O 438/10), das einem Aktmodell neben einem entsprechenden Unterlassungsanspruch und der Erstattung von Rechtsanwaltskosten auch 5.000,00 € Schmerzensgeldwegen eines Ungenehmigten Abdrucks von Nacktfotos Zugesprochen hat.

Die junge Frau hatte für die Ausstellung “Diana und Actaeon – Der verbotene Blick auf die Nacktheit” im Düsseldorfer Museum Kunst Palast Modell gestanden und sich dabei fotografieren lassen. Das Museum veröffentlichte kurz darauf Aufnahmen von dieser Malaktion mit einer Ganzkörper-Nacktabbildung der Frau in seinem Programmheft für „FEBRUAR-JUNI 2009, Offenbar, ohne die Frau zu fragen.

Das Gericht entschied, dass die Dame in die entsprechende Veröffentlichung nicht eingewilligt habe. Auch nicht konkludent, d.h. durch schlüssiges Verhalten.

Die Museumsbetreiber waren der Ansicht, es sei zu berücksichtigen, dass die Klägerin bereits im Internet nackt zu sehen sei. Es liege ausserdem zumindest ein konkludentes Einverständnis der Klägerin vor, indem sie öffentlich nackt posierte und Kenntnis davon hatte, dass sie fotografiert wird. Außerdem sei jedenfalls nicht schwerwiegend in das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Klägerin eingegriffen worden sei, da die Klägerin sich absichtlich nackt präsentiert habe.

Dieser Auffassung erteilt das Landgericht eine Absage und führt aus:

Keine Einwilligung trotz anderweitiger Präsenz im Internet

“Auch ist der Umstand ohne Bedeutung, dass sich die Klägerin vor Jahren zu einer Fotoreportage bei „J.“ bereit erklärte und in diesem Zusammenhang Aufnahmen von der Klägerin öffentlich zur Schau gestellt wurden, auf denen die Klägerin unbekleidet zu sehen war ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK