Oxford Tales VI: Grundzüge des englischen Rechts

In der Reihe „Oxford Tales“ berichte ich in loser Folge über verschiedene Aspekte meines Erasmusaufenthalts an der University of Oxford. Die Weihnachtsferien der Universität Oxford sind vorbei. Seit Donnerstag befinde ich mich wieder im College. Zwar gehen die Uni offiziell erst am Sonntag und die Lehrveranstaltungen entsprechend am Montag los, aber ins College muss man schon immer in der „nullten Woche“ des Terms zurückkehren. Denn gestern und heute standen Probeklausuren in den beiden Fächern des ersten Terms an. An dieser Stelle möchte ich einmal die Grundzüge des englischen Rechts darstellen, bevor ich mich dann im nächsten Beitrag dieser Reihe endlich einmal den Lehrveranstaltungen widmen kann. Das englische Recht gilt in England und Wales. Es gilt hingegen nicht Schottland, Nordirland, die Kanalinseln oder die Isle of Man. Englisches Recht in diesem Sinne umfasst aber nicht das Verfassungsrecht; dieses ist gesamt-britisch. Das englische Recht unterscheidet sich deutlich vom kontinentaleuropäischen Recht, wie es in Deutschland oder Frankreich herrscht. Das englische Recht ist common law, dem das kontinentale civil law gegenübersteht. Neben dieser weiteren Bedeutung hat der Begriff common law auch noch eine engere, die dem Begriff der equity gegenübersteht. Common law und equity sind die beiden historischen Entwicklungsstränge des englischen Rechts. Das common law enstand, indem ab dem 12. Jahrhundert (Gerichtsreform unter Henry II.) reitende Richter im Auftrag des Königs im Lande unterwegs waren und Recht sprachen. Dieses Richterrecht setzte sich dann allmählich, v.a. ab der Mitte des 13. Jahrhunderts, erfolgreich gegen die bis dato bestehenden gewohnheitsrechtlichen Regelungen durch. Dieses common law war streng geregelt und sehr formal. Als Billigkeitsausgleich entstand dann die equity. Wer beim common law zu kurz gekommen war, konnte sich an den Monarchen wenden ...Zum vollständigen Artikel

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