Die Schuldfähigkeit von Spielsüchtigen

Pathologisches Spielen ist für sich genommen noch keine seelische Störung

Das Landgericht Aachen verurteilte den Angeklagten wegen Betruges in 21 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten und ordnete die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Hiergegen richtet sich die Revision der Strafverteidigung.

Der spielsüchtige Angeklagte soll Frauen vorgespielt haben vermögend zu sein. Dadurch überzeugte er die Geschädigten zur Übergabe von hohen Geldbeträgen, da er vorspielte, diese Summe zum Verfügbarmachen seines Vermögens zu benötigen. Ein Sachverständiger wollte vor dem Landgericht zwar keine Schuldunfähigkeit bestätigen, jedoch erkannte er eine schwere Persönlichkeitsstörung. Das Landgericht nahm daraufhin eine verminderte Schuldfähigkeit im Sinne des § 21 StGB an. Zusätzlich würdigte das Landgericht die Persönlichkeit des Angeklagten, seinen Lebensweg, der Spielsucht, seiner Einstellung zu der Erkrankung und sein soziales Umfeld. Dabei kam das Landgericht zum Ergebnis, dass zukünftig mit erheblichen Straftaten durch den Angeklagten zu rechnen sei. Aus diesem Grund erfolgte die Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat bereits bezüglich der Annahme der verminderten Schuldfähigkeit seine Bedenken ...

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