Mitarbeiter-Bespitzelung ohne Grenzen: Ex-Detektiv beschuldigt Aldi Süd

Sie können es nicht lassen! Nachdem im Jahr 2008 die Firma Lidl wegen illegaler Mitarbeiterüberwachung in den Schlagzeilen war, gerät nun Konkurrent Aldi Süd in unangenehm gleißendes Rampenlicht. Das Nachrichtenmagazin SPIEGEL besitzt ausführliche Informationen eines Detektivs, der mehrere Jahre für Aldi Süd gearbeitet hat. Dieser erhielt die Anweisung, Mitarbeiter des Unternehmens gezielt zu überwachen.

So soll er über den Spinden der Beschäftigten in der Umkleidekabine mobile Mini-Spionkameras zur Bespitzelung installiert haben. Private „Auffälligkeiten“ sollten ebenso mitgeteilt werden wie berufliche: wenn jemand zu langsam arbeitete war dies zu melden, Mitarbeiter, die ein Verhältnis miteinander hatten, sowieso. Und das sind nur ein paar Beispiele…

Aldi Süd wies die Vorwürfe zurück und erklärte, dass eine Überwachung von Mitarbeitern in Hinblick auf deren Arbeitsleistung im Rahmen von Detektiveinsätzen ausgeschlossen gewesen sei. Auch eine Anweisung „private Details“ zu melden, habe es nicht gegeben. Im Gegenteil sollen Mitarbeiter nicht bespitzelt, sondern vielmehr Straftaten aufgeklärt werden, so die offizielle Stellungnahme des Unternehmens. Maßnahmen der Videoüberwachung würden im Übrigen grundsätzlich mit externen Datenschutzbeauftragten sowie dem Landesbeauftragten für den Datenschutz abgestimmt.

Die Gewerkschaft Verdi kontert: Die Vorwürfe des Detektivs seien, sofern sie korrekt sind, sehr schwerwiegend, was nicht zuletzt zu einem enormen Imageschaden für die gesamte Branche führen könnte. Von dem, was eine solche Überwachung für die betroffenen Mitarbeiter bedeutet, brauchen wir nicht reden. Verdi wirbt dafür, mehr Betriebsräte zu bilden. Denn gute Arbeitsbedingungen könne es nur geben, wenn Betriebsräte existieren, die ihre Aufgaben ordentlich wahrnehmen und damit Gesetzen und Tarifverträgen zur Geltung verhelfen, so Verdi-Gruppenleiter Ulrich Dalibor ...

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  • Handelskonzern: Detektiv enthüllt Mitarbeiterüberwachung bei Aldi

    spiegel.de - 15 Leser - Der Discounter Aldi Süd hat Mitarbeiter nach SPIEGEL-Informationen mit versteckten Kameras überwachen lassen. Ein früherer Detektiv des Konzerns berichtet, er habe auch über private Angelegenheiten der Beschäftigten Bericht erstatten sollen. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück.

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