Schadensersatz des Vereins bei Kündigung des Spielers wegen vereinsschädigenden Verhaltens

Kann der Verein Schadensersatz vom Spieler verlangen, wenn diesem gekündigt wird, weil er wiederholt durch vereinsschädigendes Verhalten aufgefallen ist?

Anspruch aus § 628 II BGB

Der Verein könnte ein Schadensersatzanspruch aus § 628 II BGB haben. Nach § 628 Abs. 2 BGB ist derjenige, der durch sein schuldhaftes vertragswidriges Verhalten die außerordentliche Kündigung eines Arbeitsverhältnisses gemäß § 626 Abs. 1 BGB durch den Vertragspartner veranlasst hat, diesem zum Ersatz des durch die Aufhebung des Arbeitsverhältnisses entstehenden Schadens verpflichtet.

a) Arbeitsverhältnis

Lizenzspieler werden grundsätzlich als Arbeitnehmer betrachtet. Begründet wird dies mit der Weisungsbefugnis des Vereins gegenüber dem Spieler hinsichtlich des Einsatzes im Spiel und im Training, die in aller Regel durch den Trainer ausgeführt wird. Zwar handelt es sich hier um ein befristeten Vertrag, das BAG hat jedoch eine Befristung aufgrund des „Verschleißtatbestandes“ anerkannt. Es lag demnach bei einem Fussballprofi ein Dienstverhältnis in Form des Arbeitsvertrages vor.

b) Auflösungsverschulden und Vertragswidriges Verhalten

Voraussetzung für einen Schadensersatzanspruch ist das “Auflösungsverschulden” des Vertragspartners. Dieses muss das Gewicht eines wichtigen Grundes im Sinne von § 626 Abs. 1 BGB haben. Nur derjenige kann Schadensersatz nach § 628 Abs. 2 BGB fordern, der auch wirksam sein Arbeitsverhältnis hätte fristlos kündigen können.

Was vertragswidriges Verhalten ist bestimmt sich nach dem zugrunde liegenden Arbeitsverhältnisses. Als wichtiger Grund kommen bei vereinsschädigenden Verhalten insbesondere verhaltensbezogene Gründe des Arbeitnehmers in Betracht.

Ein vertragswidriges Verhalten kommen beispielsweise Beleidigungen gegenüber Verein oder Fans, sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch und anderes Verhalten das den Verein in der Öffentlichkeit in schlechtes Licht rückt, in Betracht ...

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