Frankreich: Psychiaterin für Mord durch einen Patienten verurteilt

Eine Psychiaterin wurde in Frankreich wegen fahrlässiger Tötung für schuldig gesprochen, nachdem einer ihrer Patienten einen Rentner ermordet hatte. Die 58-jährige Ärztin arbeitete in der Edouard-Toulouse-Klinik und behandelte einen paranoid schizophrenen Mann. Der Mann war wiederholt gewalttätig geworden und hatte bereits einen Mordversuch begangen. Im Jahr 2004 floh der Mann aus der Klinik und tötete einen 80-jährigen Mann.

Die Frau soll laut Gericht die Gefahr des Mannes völlig unterschätzt haben. Neun Kollegen diagnostizierten eine psychische Krankheit bei dem späteren Täter, nur die nun verurteilte Ärztin hielt ihn für gesund. Aus diesem Grund bekam der Mann keine Therapie und erhielt sogar Freigang. Die Frau räumte zwar Diagnoseprobleme ein, stritt jedoch einen fahrlässigen Umgang mit dem Mann ab. Das Gericht hielt sie trotzdem für mitverantwortlich und verurteilte die Frau zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung. Zusätzlich muss die Ärztin 8.500 Euro an die Hinterbliebenen des Opfers zahlen.

Autor des Beitrags ist Rechtsanwalt für Strafrecht & Strafverteidiger Dr. Böttner, Anwaltskanzlei aus Hamburg und Neumünster. Weitere Gerichtsentscheidungen und allgemeine Informationen zum Strafrecht und der Strafverteidigung finden Sie auf der Kanzlei-Homepage.

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