Kein Dr. in der Sterbeurkunde

Nach dem Inkrafttreten des neuen Personenstandsgesetzes am 01.01.2009 ist der akademische Grad des Verstorbenen im Sterberegister und in der Sterbeurkunde nicht einzutragen.

Bisher entsprach es der zu Gewohnheitsrecht erstarkten Übung, zumindest auf Wunsch des Betroffenen auch die akademischen Grade in die früheren Personenstandsbücher, wie das Heiratsbuch oder das Sterbebuch einzutragen.

In § 37 PersStdG in der Fassung der Bekanntmachung der Neufassung vom 08.08.1957 wie in der bis zum 31.12.2008 geltenden Fassung war zwar die Angabe des Berufs vorgesehen, zu den akademischen Graden verhielt sich das Gesetz wie heute § 31 PStG n. F. jedoch nicht.

Bereits 1962 hatte der Bundesgerichtshof aber entschieden, dass akademische Grade zwar kein Namensbestandteil sind und nicht zu den Berufsangaben gerechnet werden, gleichwohl die Eintragung in die Personenstandsbücher ständiger Übung entspricht und es keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass der Gesetzgeber durch eine Änderung der Fassung des § 62 PStG im Gesetz vom 18.05.1957, das den Wegfall der Berufsangabe der Eltern in der Geburtsurkunde der Kinder betraf, die bestehende Übung der Eintragung akademischer Grade ändern wollte.

Diese Übung hatte auch in die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Personenstandsgesetz (Dienstanweisung für die Standesbeamten und ihre Aufsichtsbehörden – DA) Eingang gefunden . Die auf der Grundlage von Art. 84 Abs. 2 GG u. a. i. V. m. § 70 PStG erlassene Verwaltungsvorschrift enthielt in § 63 DA eine ausdrückliche Regelung zu den akademischen Graden. Danach wurden im Heirats-, Geburten- und Sterbebuch sowie in den Spalten des Familienbuchs akademische Grade vor den Vornamen, sonst vor den Familiennamen eingetragen.

Der Versuch, bei einer Änderung der Dienstanweisung im Jahre 1984 auf die Eintragungen der akademischen Grade in den Personenstandsbüchern und -urkunden zu verzichten, scheiterte am Widerstand des Bundesrates ...

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