Das Pferd ohne Papiere

Kann man das Eigentum an einem Pferd auch dann gutgläubig erwerben, wenn man keine Eigentumsurkunde und keinen Equidenpass erhält? Das war Gegenstand eines einstweiligen Verfügungsverfahrens vor dem Landgericht Saarbrücken.

Ein Bereiter hatte auf einem Reiterhof mehrere Pferde für einige Monate stehen, die er Interessenten vorführte. Die Verfügungsbeklagten interessierten sich für eines der Pferde und kauften es schließlich per Handschlag. Die Hälfte des Kaufpreises von 20.000 € wurde bar gezahlt und für die andere Hälfte wurde ein Pferd in Zahlung gegeben. Irgendwelche Papiere übergab der Verkäufer nicht, er versprach sie nachzuliefern. Später behauptete er dann, die Papiere seien auf dem Postweg verloren gegangen.

Das Pferd hatte weder einen Brand noch einen Chip. Der Erwerber ließ einen Chip einsetzen und erhielt von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung einen Equidenpass.

Ein halbes Jahr später erschien plötzlich ein belgischer Pferdezüchter und wollte sich das Pferd holen. Er behauptete, er sei Eigentümer des Pferdes und er habe das Pferd dem Verkäufer nur in Beritt gegeben, der es auf Turnieren vorstellen sollte. Da der Erwerber das Pferd nicht herausgeben wollte, versuchte es der Züchter erst mit Gewalt, was von der Polizei verhindert wurde.

Nun wollte der Züchter das Pferd im Wege der einstweiligen Verfügung an sich bringen. Auch hier scheiterte er. Das Landgericht Saarbrücken wies den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zurück ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK