Akademiker bis in den Tod

Manchmal sind schon drei Buchstaben zu viel: Weil Behörden nur noch die nötigsten Daten in einem Sterbefall erfassen sollen, erwähnen Stadtverwaltungen teilweise nicht mehr den Doktortitel in der Sterbeurkunde. Zu Recht, urteilte jetzt das Oberlandesgericht Karlsruhe. Die Witwe eines verstorbenen Arztes hatte geklagt, weil der Doktortitel ihres Ehemannes nicht in die Todesurkunde aufgenommen wurde.

Die Arztwitwe berief sich auf Gewohnheitsrecht. Seit jeher sei es üblich, dass der akademische Grad eines Verstorbenen in der Todesurkunde vermerkt wird. Grundsätzlich sei dies richtig, meint das Oberlandesgericht Karlsruhe. Seit einer Gesetzesänderung aus dem Jahr 2009 sei diese Praxis jedoch hinfällig.

Der Gesetzgeber habe sich nämlich entschlossen, die Eintragungspraxis bei Sterbefällen erheblich zu straffen. Nur noch die nötigsten Angaben sollen im Register gemacht werden. Unter anderem werde sogar auch der Beruf nicht mehr angegeben. Schon von daher müsse auch der akademische Grad unerwähnt bleiben ...

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