Pornosurfing am Arbeitsplatz: Keine Kündigung, nur Abmahnung

Ein Arbeitnehmer darf wegen des Besuchs von Internetseiten mit pornografischem Inhalt nicht zwingend gekündigt werden. Das hat das Bundesarbeitsgericht (Urteil vom 19.04.2012, 2 AZR 186/11) im letzten Jahr entschieden. Denn: Eine Abmahnung ist das mildere Mittel, das der Arbeitgeber stets zu wählen hat.

Doch was genau war da los: Der Arbeitnehmerwar als Abteilungsleiter in einem Unternehmen beschäftigt. Er besuchte etwa einen Monat von seinem Arbeitsplatz aus Internetseiten mit pornografischem Inhalt. Der Arbeitgeber kündigte fristlos bzw. hilfsweise ordentlich. Der Abteilungsleiter erhob Kündigungsschutzklage.

Das Bundesarbeitsgericht gab dem heimlichen Surfer Recht. Die außerordentliche Kündigung war unwirksam, denn es lag kein wichtiger Grund im Sinne des § 626 Abs. 1 BGB vor, so dass dem Arbeitgeber die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr zumutbar gewesen wäre. Alleine das Herunterladen von pornografischem Bildmaterial stellt keinen solchen wichtigen Grund dar, so das Urteil ...

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