Seine Hände waren zärtlich, seine Hände waren stark …

Victor Jara

Es muss 1974 oder 1975 gewesen sein, als ich das Gitarrensängerduo “Zupfgeigenhansel” auf dem Festival der Jugend sein Victor-Jara-Lied spielen und singen hörte, und tausende von überwiegend jungen Menschen ließen ihre Feuerzeuge und Kerzen leuchten und waren nicht weniger ergriffen als ich. Am 16. September 1973 war der in Chile ungeheuer populäre Liedermacher und Sänger Victor Jara im Alter von 41 Jahren von den Schergen des Diktators Pinochet ermordet worden, 5 Tage nach dem blutigen Putsch gegen den demokratisch gewählten, linksgerichteten Präsidenten Salvador Allende. Zuvor hatten die Mörder seine ihnen verhassten Hände, mit denen er seine Songs schrieb und die Saiten seiner Gitarre erklingen ließ, verstümmelt und ihn brutal gefoltert. Mindestens 44 Kugeln sollen seinem Leben ein Ende bereitet haben. Victor Jara war nach dem Putsch zusammen mit ca. 5.000 anderen Anhängern Allendes in das Stadion von Santiago de Chile eingesperrt worden, das seit dem Jahr 2003 seinen Namen trägt.

Jetzt, fast 40 Jahre später, hat die chilenische Justiz nach einem Bericht bei zeit.de Haftbefehle gegen 8 ehemalige Miltärs erlassen, die an dem Mord beteiligt gewesen sein sollen. Haupttäter sollen ein Hugo Sánchez Marmonti und ein Pedro Barrientos Núñez sein, der sich angeblich in den USA aufhalten soll.

Die sterblichen Überreste Vicotor Jaras wurden erst vor drei Jahren anlässlich einer dreitägigen Gedenkfeier an den Poeten mit einer feierlichen Zeremonie vor 3.000 Menschen auf dem Cementario General in Santiago beigesetzt und es ist wohl tatsächlich so, dass er in den Herzen seines Volkes (oder jedenfalls eines großen Teils desselben) weiterlebt ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK