Wer trägt das unternehmerische Risiko in der Aktiengesellschaft?

von Ulrich Wackerbarth

Wie man mit wenigen Worten ein Zerrbild der Realität zeichnen kann, beweist der Beitrag “Die strenge Haftung von Vorständen muss beschränkt werden“ von Koch (FAZ v. 19.12.12 S. 19) dem hier entschieden widersprochen wird.

Koch ist der Meinung, die gesetzlichen Regeln der Haftung von Vorständen seien der Realität nicht angemessen und gingen deutlich über das hinaus, was den Vorständen zumutbar sei. In der Praxis werde zwar regelmäßig nur ein Teil der Schäden gerichtlich geltend gemacht, doch lasse die ARAG/Garmenbeck Entscheidung des BGH solches eigentlich nur zu, wenn das Gesellschaftswohl es gebiete. Das sei aber der falsche Ansatzpunkt, in Wahrheit gehe es um die sachgerechte Aufteilung des “Unternehmensrisikos”.

“So sei beispielhaft angenommen, es werde gegen eine Aktiengesellschaft eine kartellrechtliche Geldbuße von 250 Millionen Euro verhängt. Diese Sanktion fällt deshalb so hoch aus, weil sie nach der Leistungsfähigkeit des Unternehmens bemessen wird: Sie soll ihm weh tun, ohne seine Existenz zu bedrohen. Diese Vorgehensweise ist einleuchtend. Weniger einleuchtend erscheint es aber, wenn der dadurch entstandene Schaden auf ein Organmitglied abgewälzt werden kann, dessen Leistungsfähigkeit nicht annähernd an jene der Gesellschaft heranreicht und dessen Existenz auf diese Weise zerschlagen wird ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK