MLP: Rosenkrieg im Finanzgewerbe

Die Methoden des allseits beliebten Strukturvertriebs mit schlanker Struktur MLP Finanzdienstleistungen AG gegenüber ausgeschiedenen Mitarbeitern dürften sich mittlerweile herum gesprochen haben: Zu Beginn eines Mitarbeiterverhältnisses werden die jungen, angehenden Versicherungsvertreter, von MLP etwas aufgepeppt „Consultants“ genannt, auf schicken Infoveranstaltungen in luxuriösem Ambiente, moderiert von einer sexy Fernsehmoderation mit horrenden Provisionseinnahmen geworben. Welcher arbeitslose junge Akademiker will nicht einmal gerne reich sein? Das führt dann dazu, dass man ihn unterschreibt, den MLP Consultantvertrag. Ab sofort darf man sich zur MLP-Familie angehörig fühlen.

Die Einsicht, dass alles mehr Schein als Sein ist und die Sitten und Gebräuche im Finanzdienstleistungsgewerbe genauso sittenlos sind, wie im anderen Gewerbe auch, kommt bei dem Einen früher und bei dem Anderen später. Spätestens dann, wenn die MLP‘ler nach einem Jahr Zugehörigkeit zur „Familie“ feststellen, dass die versprochene Übertragung von Kunden ausbleibt und es gar nicht so einfach ist, die in Aussicht gestellten Provisionen zu verdienen, mit denen die von MLP „großzügiger Weise“ gezahlten Vorschüsse zur Existenzgründung zurück gezahlt werden könnten. Es haben sich Schuldenberge aufgetürmt, sowohl bei Geschäftsstellenleitern als auch bei den Consultants, die MLP bei einem Ausscheiden aus der Familie gerichtlich eintreiben lässt oder aber MLP bietet eine ratenweise Rückzahlungsvereinbarung an, bei der ich keinem Consultant anraten würde, so etwas ohne anwaltlichen Beistand zu unterschreiben. Ebenso „großzügig“, versteht sich. Nicht in allen Fällen, aber in vielen!

Die BaFin nannte das Provisionsvorschusssystem von MLP einmal eine unzulässige Kreditgewährung und zwang MLP dazu, zumindest einen kleinen Teil des monatlichen Vorschusses als Fixum zu gewähren ...

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