Fouls und stillschweigender Haftungsverzicht

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat am 29. September 2011 (Az.: III-5 StF 1/11) entschieden, dass der Grundsatz eines stillschweigenden Haftungsverzichts unter Wettkampfsportlern auch für die Teilnehmer eines Jugendfußballturniers gilt. Diese Regeln sind jedoch ebenso wie bei Erwachsenen nur anzuwenden, solange eine Verletzung nicht auf eine grobe Unsportlichkeit zurückzuführen ist.

Ein seinerzeit 14-jähriger Verteidiger der Jugendmannschaft eines Bundesligavereins war im Oktober 2008 bei einem Pokalspiel von einem ebenfalls 14-jährigen gegnerischen Stürmer schwer verletzt worden. Der Jugendliche erlitt bei dem Zwischenfall einen Oberschenkelbruch sowie eine zweifache Unterschenkelfraktur. Die Verletzungen heilten zwar zum Glück folgenlos aus. Trotz allem musste der Kläger für mehrere Monate erhebliche Einschränkungen in Kauf nehmen.

Daher verlangte er von dem Stürmer die Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 9.500 Euro. Denn dieser sei in voller Absicht mit gestrecktem Bein von hinten in sein Knie gesprungen.

Der Stürmer verteidigte sich vor Gericht damit, sich nicht grob unsportlich verhalten zu haben. Denn andernfalls wäre sein Foul vom Schiedsrichter nicht lediglich mit einer gelben Karte geahndet worden. Im Übrigen würden die für erwachsene Wettkampfsportler entwickelten Regeln zu einem stillschweigenden Haftungsverzicht auch unter Jugendlichen gelten. Danach bestehe eine Haftungsverpflichtung nur dann, wenn sich einer der Beteiligten in grober Weise über Spielregeln hinwegsetzt oder grob gegen das Gebot sportlicher Fairness verstößt.

Die in der Vorinstanz angerufenen Richter des Landgerichts Mönchengladbach wollten dem zwar grundsätzlich nicht widersprechen ...

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