Österreich: Arbeitgeber muss bei Mobbing aktiv werden

Ein wegweisendes Urteil aus Österreich, das auch in Deutschland Anwendung finden sollte: Ein Arbeitnehmer ist von seinen Kollegen beleidigt und angegangen worden, unter anderem weil er im Betrieb nicht mit seinen Kollegen Alkohol getrunken hat. Das meldete er per E-Mail dem Arbeitgeber, der daraufhin ein Gespräch mit dem Arbeitnehmer führte, die Belegschaft auf das innerbetriebliche Alkoholverbot hinwies und Kontrollen durchführte. Der Arbeitnehmer wurde auch zu Arbeiten eingeteilt, bei denen er mit Kollegen zusammen arbeiten konnte, die er mochte. Später bekamen die Kollegen allerdings Wind von der E-Mail, und danach war der Kläger immer stärkeren Angriffen seiner Kollegen ausgesetzt: Er wurde als „Arschloch“, „Schwein“ und „Kameradensau“ beschimpft und als „Verräter“ bezeichnet, wie das Gericht feststellte. Der Arbeitgeber reagierte erneut mit einem Gespräch, das aber erfolglos blieb. Daher kündigte er an, einen Mediator hinzuzuziehen, was aber nie umgesetzt wurde. Es folgten, wie so oft in Mobbing-Fällen, Krankheit und der vorzeitige Austritt aus dem Arbeitsverhältnis. Der OGH (Oberste Gerichtshof Österreichs) sah hierin eine Verletzung der auch aus dem deutschen Recht bekannten Fürsorgepflicht des Arbeitgebers. Er führte aus:
"Wenn dem Arbeitgeber Gefährdungen zur Kenntnis gelangen, hat er unverzüglich auf angemessene Weise Abhilfe zu schaffen. Dabei ist er in Bezug auf die Wahl der Mittel gegen ein bekannt gewordenes Mobbinggeschehen grundsätzlich frei ...
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