Arbeitsrecht: Praktikanten können Arbeitnehmer sein

Die Generation Praktikum ist in aller Munde. Gerade im Bereich der akademisch gebildeten Arbeitnehmer wird unter dem Deckmantel der beruflichen Fortbildung versucht, billige Arbeitskräfte zu finden, deren Gehalt sich nahe oder gar jenseits der Grenze zum Lohnwucher bewegt.

Dass dies auch nach hinten losgehen kann zeigt nun das Urteil des Arbeitsgerichts Hamburg vom 16.10.2012 (Az.: 21 Ca 43/12). Im Streitfall hatte eine Diplom-Psychologin 18 Monate lang weitgehend selbständig in der beklagten Klinik als Therapeutin gearbeitet – allerdings ohne Gehalt. Vielmehr war sie laut Vertrag als Praktikantin mit 25 Stunden pro Woche beschäftigt. Sie war die gesamte Zeit in der Patientenversorgung tätig und konnte sich ihre Patienten nicht aussuchen. Des Weiteren wurden ihr die Zeiten der Behandlungen von der Klinik bzw. den Dienstplänen vorgegeben. Die Behandlung selbst nahm sie dann eigenständig und fachlich auf sich selbst gestellt vor, ihr war kein Ausbilder o.ä. zur Seite gestellt worden. Zum Ende der Praktikumszeit erhielt sie ein Zeugnis, in dem eine Vielzahl an Therapiestunden, Supervisionsgesprächen und Gesprächen mit Angehörigen attestiert wurden ...

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