Zurichs Didi droht mit Kammer. Ein Fall für den Staatsanwalt?

Ich habe einen neuen Brieffreund. Er sitzt bei der Zurich (ehemals Zürich aber das klang zu provinziell). Dort bearbeitet er Rechtsschutzsachen. Der Einfachheit halber nennen wir ihn Didi. Didi war anfangs ganz nett und sachlich. Seinem und meinem Kunden wurde ein schwerwiegendes Verkehrsdelikt vorgeworfen. In der Verhandlung blieb von der Aussage des Belastungszeugen nicht mehr viel übrig. Da noch eine Ordnungswidrigkeit im Raum stand, alleine die Frage nach der Fahrereigenschaft aber noch mindestens einen weiteren Termin erforderlich gemacht hätte, wurde das Verfahren gem. § 153 StPO eingestellt. Von der Erstattung der Verteidigerkosten sah das Gericht ab.

Dies habe ich Didi im Überschwang aufgekommener Glücksgefühle noch am selben Tag mitgeteilt und mich für die Zusammenarbeit bedankt. Mein Geld hatte die Zurich – wie bei Strafprozessen üblich – schon vorher bezahlt. Drei Tage später kam eine Mail mit einem Brief im .PDF-Format (immerhin): “…dürfen wir um Übersendung des Urteils bitten.”

Unbürokratisch und Erkläronkel wie ich bin, griff ich zum Telefon. “Hallo Didi, Einstellung nach § 153. Kosten beim Versicherungsnehmer. Da gibt es kein Urteil. Wurde ja eingestellt, ne? Schönen Tag noch.”

Janee. So gehe das nicht. Dann bräuchte er die Einstellungsverfügung. Für die Akten.

Ich erklärte, dass das nicht klappen wird, da ja in der mündlichen Verhandlung eingestellt worden sei. Ein Bescheid wird da nicht mehr versandt. Nun wird Didi ärgerlich. Er brauche einen Beleg und ich solle mich darum kümmern. Da ich mich (ebenfalls nun ärgerlich) weigere, kündigt mir Didi die Freundschaft und bedeutungsschwer an: “Dann machen wir das schriftlich” ...

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