Vom Tiger zum Bettvorleger: Die Kommission beerdigt CCS

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Es hatte auch zu schön geklungen: Europas Anlagenbetreiber pressen ihr CO2 einfach in die Erde. Durch Rohrleitungssysteme wird das Gas in saline Aquiferen verbracht und dort in flüssiger Form sicher verwahrt. Schmerzhafte und teure Maßnahmen, den Ausstoß zu verringern, bleiben ihnen erspart, und das Weltklima wird trotzdem gerettet. Insbesondere die Europäische Kommission und das EU-Parlament (EP) verliebten sich auf der Stelle in die neue Idee mit dem schmucken Kürzel CCS (Carbon Capture and Storage). Wäre es etwa nach dem Umweltausschuss des EP gegangen, so wären Kohlekraftwerke ohne Abscheidung in der EU gar nicht mehr möglich gewesen.

Doch die Zweifel ließen nicht lang auf sich warten. So gelang es den Befürwortern der neuen Technologie nicht, der Bevölkerung ihre Ängste vor dem vergrabenen Klimagas zu nehmen. Auch Fachleute wurden zunehmend nervös. Denn auf wichtige Fragen nach der Umweltverträglichkeit der neuen Technik gab es keine oder wenig überzeugende Antworten. Angesichts dessen ist es nicht erstaunlich, dass die geologisch betroffenen norddeutschen Bundesländer CCS durchweg ablehnen.

Zu alledem war stets klar: CCS würde sehr, sehr teuer werden. Selbst Optimisten rechneten mit mindestens 50 Euro pro vermiedener Tonne CO2. Damit würde sich CCS erst dann rechnen, wenn die Minderungsziele im Emissionshandel substanziell andere wären als heute oder die Technologieeinführung hoch subventioniert würde ...

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