Tod eines Motorradfahrers bei 160 km/h innerorts – Mitverschulden des Linksabbiegers?

Reichlich emotional verlief eine Hauptverhandlung wegen fahrlässiger Tötung vor dem Amtsgericht Bergisch-Gladbach, in der ich am Dienstag einen promovierten Akademiker verteidigt habe. Der sehr straßenverkehrserfahrene Mandant war mit seinem Pkw sonntags zum Bäcker gefahren, um dort Kuchen zu kaufen. Da der Parkplatz vor der Bäckerei besetzt war, fuhr der Mann noch ein paar Meter weiter geradeaus, um dann nach links in eine Einfahrt abzubiegen und dort zu wenden. Vor dem Abbiegevorgang hatte er sich vergewissert, dass kein Gegenverkehr kam. Die Straße war völlig frei. Ein Blick in den Rückspiegel verriet ihm, dass etwa 100 bis 120 Meter hinter ihm eine Gruppe von 4 Motorradfahrern folgte, die sich mit normaler innerstädtischer Geschwindigkeit näherte. Nach eigenen Angaben hat er auch noch ein zweites Mal im Innen- und Außenspiegel zurückgeschaut, bevor er den Abbiegevorgang einleitete. Den linken Fahrtrichtungsanzeiger hatte er wohl gesetzt, nach Zeugenaussagen und den Feststellungen des Unfallsachverstädingen soll er sich allerdings nicht zur Straßenmitte hin eingeordnet haben, sondern ehr vom rechten Fahrbahnrand aus nach links ausgeschert sein. Als sich sein Fahrzeug quer zur vorherigen Fahrtrichtung auf der Gegenfahrbahn befand, prallte eines der nachfolgenden Motorräder mit hoher Geschwindigkeit in die C-Säule seines Pkw. Der Kradfahrer wurde etliche Meter durch die Luft geschleudert und schlug auf den Boden auf. Der junge Mann starb kurz darauf im Krankenhaus. Mein Mandant wurde durch Glassplitter nur leicht verletzt.

Ein tragisches Unfallgeschehen mit schrecklichen Konsequenzen, kein Zweifel. Der Motorradfahrer hinterließ eine junge Verlobte und ein Kleinkind. Die müssen jetzt ohne den Partner und ohne Vater weiterleben. Und sie trifft an dem Unfallgeschehen gewiss keine Schuld.

Ein Unfallsachverständiger hatte festgestellt, dass die Aufprallgeschwindigkeit des Motorrads bei ca. 130 km/h gelegen hat ...

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