Arbeitszeugnis muss keine guten Wünsche vom Arbeitgeber enthalten

Geheimsprache Arbeitszeugnis? Für die Formulierung von Arbeitszeugnissen hat sich mittlerweile eine ganz eigene Sprache eingebürgert, die jeder Personalchef entziffern kann. Allgemein bekannt ist z.B., dass die Formulierung „die ihr übertragenen Aufgaben führte Frau XY stets zu unserer vollsten Zufriedenheit aus“ der Note Sehr Gut entspricht, „zu unserer vollen Zufriedenheit“ einem Gut usw. Manche Formulierungen in Arbeitszeugnissen können auch durchaus tückisch sein; während sie auf den ersten Blick zwar durchaus wohlwollend klingen, stellen sie in Wirklichkeit eine Art „Code“ dar, mit dem unerfreuliche Tatsachen über den Arbeitnehmer mitgeteilt werden sollen. So kann die Formulierung „Frau XY hat gewissenhaft gearbeitet“ bedeuten „Sie ist zur Arbeit gekommen, hat aber nichts geleistet.“ Ein anderes Beispiel ist die Formulierung „Durch ihre Geselligkeit trug sie zur Verbesserung des Betriebsklimas bei“, was in der Sprache der Personaler ein deutlicher Hinweis darauf sein soll, dass die Mitarbeiterin gerne Alkohol im Dienst getrunken hat.

Spannungsverhältnis zwischen Wohlwollens- und Wahrheitsgebot Solche Formulierungen haben die Arbeitsgerichte immer wieder beschäftigt, da sie gegen das sogenannte „Wohlwollensgebot“ verstoßen können. Nach steter Rechtsprechung darf ein Arbeitszeugnis dem Arbeitnehmer das weitere Fortkommen nicht ungerechtfertigt erschweren, weshalb die Bewertung von Leistung und Verhalten des Arbeitnehmers immer aus der Sicht eines wohlwollenden verständigen Arbeitgebers sein muss ...

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