Strafbestimmungen in den Statuten eines Fußballverbands

Sportliche Regeln eines Fußballverbands, die die Einsatzberechtigung eines Spielers vom förmlichen Nachweis seiner materiellen Spielberechtigung abhängig machen und dessen Einsatz bei unzureichendem Nachweis (hier: nicht unterschriebener Spielerpass) mit Geldstrafe und Spielverlust sanktionieren, sind im Rahmen der Inhaltskontrolle nach § 242 BGB grundsätzlich nicht zu beanstanden.

Die Sanktionen sind aber dann nicht angemessen, wenn der eingesetzte Spieler materiell spielberechtigt war und seine fehlende Einsatzberechtigung vor dem Spiel nicht beanstandet wurde. Eine zwingende Strafbestimmung, die weder Ausnahmen zulässt noch einen Ermessensspielraum der Sportgerichte vorsieht, ist deshalb insoweit unwirksam, als sie auch diesen Fall erfasst.

Die von den Sportgerichten verhängten Strafen haben daher keine wirksame Grundlage im Regelwerk des Fußballverbandes.

Das folgt allerdings wohl nicht schon daraus, dass die Vereinssatzung des Fußballverbandes in § 54 lediglich die zulässigen Strafen bestimmt und im Übrigen auf die Rechts- und Verfahrensordnung verweist. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu Straf- und Disziplinarentscheidungen von Vereinen müssen zwar grundsätzlich auch die Straftatbestände in der Satzung selbst geregelt sein. Zweifelhaft ist aber, ob dies auch für die Verletzung rein wettkampfbezogener Regeln gilt, die üblicherweise in den Sport- und Wettkampfordnungen der zuständigen Sportverbände festgelegt sind und für alle Teilnehmer – ohne Rücksicht auf deren Verbandszugehörigkeit – Geltung beanspruchen. Die Frage bedarf hier jedoch keiner abschließenden Entscheidung. Denn auch die Rechts- und Verfahrensordnung (RuVO) und die Spielordnung (SpO) des Fußballverbandes Fußballverbandes enthalten keine wirksame Grundlage für die von den Sportgerichten verhängten Strafen.

Nach § 38 Ziff ...

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