1500 Stunden im Jahr zum Lesen von AGB?

„Kann der Käufer das Wasserbett aus dem Onlineshop zurückgeben, wenn er darauf seekrank wird?“, fragt die Stuttgarter Zeitung in ihrer Printausgabe vom 05.12.2012 (S.20) und beantwortet sie gleich in einer sonst für Juristen typischen Ambivalenz: „Eigentlich schon.“

Die rechtliche Situation im Internet sei für viele Nutzer ein undurchschaubares Wirrwarr. Fast jeder hätte zwar schon im Netz bestellt, „doch für die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, kurz AGBs (sic!), nimmt sich kaum jemand Zeit.“ Das wäre auch kaum möglich, schlussfolgert die StZ, denn Forschern zufolge wäre ein Internetnutzer dann pro Jahr 1500 Stunden allein mit dem Lesen von AGB beschäftigt und betitelt den Beitrag deshalb auch mit „Wer hat 1500 Stunden im Jahr für die AGBs?“. Wer hat die Zeit?

Niemand, das dürfte klar sein. Es ist wirklich ein Kreuz, nicht nur für den Verbraucher, durch wieviele Allgemeine Geschäftsbedingungen, Nutzungsbedingungen und was es in der Art sonst noch alles gibt, sich täglich gewühlt werden müsste. Egal, ob man über seinen Provider ins Netz geht, das von der StZ als Beispiel genannte Wasserbett online kauft oder sich bei Facebook einloggt: In jedem Fall müssen Vertragsbedingungen akzeptiert werden.

Die StZ verkennt aber, dass das immer schon so war, auch als noch alles offline war und sich noch nicht ins virtuelle verschoben hat ...

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