Nein, der Anwalt haftet nicht für alles

Das Saarländische Oberlandesgericht hatte sich mit einem Schadensersatzprozess gegen einen Anwalt wegen eines verlorenen Prozesses auseinanderzusetzen. Ein Anwalt hatte einen Prozess wegen Schadensersatzes wegen Verjährung verloren. Deswegen wollte der frühere Mandant nun Schadensersatz haben, da der Auftrag zur Geltendmachung der Ansprüche in unverjährter Zeit erteilt wurden.

Das Oberlandesgericht sah es durchaus als erwiesen an, dass die Verjährung auf dem Verschulden des Anwalts beruhte. Allerdings kann der frühere Mandant nur dann Schadensersatzansprüche erhalten, wenn er auch den Erstprozess – wäre die Verjährung nicht eingetreten – gewonnen hätte.

Leitsätze

1. Nimmt der klagende Mandant seinen Rechtsanwalt wegen eines Prozessverlustes im Vorprozess wegen Schlechterfüllung der anwaltlichen Pflichten auf Schadensersatz in Anspruch, so trägt er die Darlegungs- und Beweislast dafür, dass der Ausgangsprozess bei richtigem Verhalten des Anwalts einen positiven Ausgang genommen hätte ...

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