“Herr Anwalt, ich bin voll im Stress und habe jetzt keine Zeit für sie….”

Führerschein, Rückseite

Eigentlich sollte ich um diese Zeit in einem Berufungsverfahren vor einem benachbarten Landgericht verteidigen, aber manchmal kommt es bekanntlich anders, als man denkt. Es geht um ein Verfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Erstinstanzlich war der bestreitende Mandant nach einer recht hitzigen Hauptverhandlung verurteilt worden, weil das Gericht es als erwiesen angesehen hatte, dass der Angeklagte, der nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis war, mit seinem Pkw zu seiner Arbeitsstelle gefahren war. Zwei Zeugen, die hinter seinem Fahrzeug hergefahren waren und die ihn laut Akte nur mutmaßlich erkannt haben wollten, waren sich auf einmal völlig sicher gewesen, weil sie sein Profil im Dunklen während eines Abbiegevorgangs im Licht der Scheinwerfer ihres Autos deutlich wahrgenommen hätten. Diese erstaunliche Erinnerungsverbesserung hatte die Amtsrichterin unproblematisch nachvollzogen und den Mann zur einer Geldstrafe verurteilt. Außerdem wurde eine isolierte Sperrfrist für die Neuerteilung einer Fahrerlaubnis von einem Jahr verhängt. Gegen das Urteil hatte ich abredegemäß Berufung eingelegt.

In der Folgezeit war der Kontakt zu meinem Mandanten abgebrochen. Der reagierte auf kein Anschreiben von mir und war lange Zeit auch nicht telefonisch erreichbar ...

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